Dubai


20:35 Uhr Abflug HAM – DXB. Nach ca. 6 Stunden sind wir um halb 7 in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelandet. So ein Nachtflug ist immer blöd eigentlich. Man fliegt im Dunkeln los und landet im Dunkeln. Trotzdem kann man eigentlich nie wirklich schlafen und muss dann noch die Kraft aufbringen ans endgültige Ziel zu kommen. In Dubai war das nicht anders. Die Einreise hatte ich mir irgendwie einfach vorgestellt. Tatsächlich war ich aber zu sehr daran gewöhnt inner-europäisch zu fliegen. In Dubai muss man noch vor dem Gepäckband durch die Ausweiskontrolle inkl. Fotobox. Der Flughafen wurde den Vorstellungen die wir von Dubai hatten schon gerecht. Imposante Hallen, kein Staubkorn zu finden und riesige Palmen aus Plastik. Unser Gepäck kam heil an und durch den Zoll sind wir auch ohne Weiteres gekommen. Das Gröbste schon mal hinter uns also. Unser AirBnB Gastgeber hat uns eine komplette Beschreibung für den Fahrer mitgegeben, keine Adresse. Fand ich irgendwie komisch, aber hat für den Fahrer voll Sinn gemacht. Normalerweise würden wir uns ja mit Händen und Füßen gegen Taxifahrer wehren und nach Öffis Ausschau halten. Unter den gegebenen Umständen haben wir uns jedoch sogar für das fancy schwarze Auto und dem Fahrer im Anzug entschieden. Denn der konnte Englisch und nahm Kreditkarten 🙂 Wir wussten irgendwie würde der teurer sein, aber es hieß auch Taxifahren wäre super günstig in Dubai, weil „die den Sprit hinterher geworfen bekämen.“ 




Schließlich haben wir von unserem Fahrer gleich die Grand Tour bekommen. Als wir an den ersten Wolkenkratzern vorbeifuhren erzählte uns der Fahrer die meisten dieser Gebäude wären tatsächlich Hotels. Es gäbe mehr als 500 (und man stelle sich vor alle in dieser Größe!). Dubai zählt zu den meistbesuchten Städten der Welt mit jährlich etwa 15 Millionen Touristen, dabei hat die Stadt nur knapp über 2 Million Einwohner. Mal im Vergleich: Hamburg hat ca. 5 Mio Besucher zu Gast pro Jahr bei etwa 1,7 Mio. Einwohnern. Man trifft im Wesentlichen also auf Touristen. 


Umso besser fühlten wir uns, also der Fahrer um die Ecke bog und wir wussten, wir wohnen in der ersten „Villa“ (so heißen hier anscheinend die Häuser) auf der rechten Seite. Der Fahrer fuhr weg und wir wurden kurz nervös, als lange keiner aufmachte. Schließlich wurde uns aber doch geöffnet. Es stellte sich heraus, dass wir erst am Abend erwartet wurden (es war 7 Uhr morgens 😀 ) Machte aber nix. Wir haben es uns auf der Couch gemütlich gemacht und bei leckerem Kaffee und Waffeln gab es auch nix zu meckern. Wir haben erst mal ausgepackt und geduscht, dann aber doch noch mal für eine Weile die Füße hochgelegt. Es war einfach zu früh.

Wenn wir einfallen dauert es keine 5 Minuten bis es so aussieht 😀
Blick vom Balkon

Schließlich haben wir es gegen Mittag aber nicht mehr ausgehalten und wollten raus in die lang ersehnte Sonne. Bei 24 Grad und strahlender Wüstensonne sind wir frohen Mutes los marschiert – grob Richtung Strand. Unsere Gastgeber waren leider nicht da um Fragen zu beantworten und Google hat uns nur Richtungen, nicht aber Entfernungen angezeigt unterwegs. Wir sind eine ganze Weile gelaufen, aber nach einem Pitstop haben wir es an den Strand geschafft. Direkt am Burj Al Arab, dem wegen seiner Form berühmten Luxushotel. 

Burj Al Arab
Sonneeeeee
Meeeeeeer
Wir haben die Füße in den Persischen Golf gesteckt und festgestellt: es ist ganz schön kalt. Überrascht waren wir auch von der Doppelmoral. Einerseits wird allgemein schon Wert darauf gelegt, dass Schultern und Oberschenkel von Frauen bedeckt sind. Andererseits lagen hier überall Mädels in Bikini. Davon später mehr. 
Wir haben uns erst mal von dem Fußmarsch erholt und ein bisschen Sonne getankt. Wir hatten auch echt keinen Plan, wo wir hinwollten. Das Ziel war eigentlich immer einen Geldautomaten zu finden, was sich als erstaunlich schwer heraus stellte. Denn nur mit Cash konnten wir unsere Karten im Bus aufladen – blöderweise hatten wir aber nur eine Karte und die gibt es wohl nur an Metro Stationen… Nun waren wir blöderweise gerade nicht in einer Gegend, wo es Metrostationen gab. Wir dachten uns, hach, laufen wir halt hin. Und wieder waren wir stundenlang unterwegs bis wir schließlich in einer Mall waren. Endlich Essen & Trinken und hinsetzen 😀 
Palmeeen!
feddich 😀
Wir haben uns ein schattiges Plätzchen gesucht und noch mal Kraft getankt für die (hoffentlich) letzte Etappe. Wir gingen zur „Mall of the Emirates“ – einem Einkaufszentrum der Superlative – „gleich um die Ecke“. 
Der „Fußweg zur Mall“
Als wir dort ankamen war es schon fast dunkel. Tatsächlich gibt es in Dubaier Einkaufszentren nicht nur Klamotten. Es gibt so ziemlich jede Food-Kette der Welt und nebenbei einen Snow-Funpark, wo man nicht nur Skilaufen und Zip-linen konnte, es gab auch noch eine riesige Arena für Kids, mit Rodelbahnen und allem drum und dran. War schon ein sehr lustiges Bild in der Wüste.
Eine der vielen Hallen in der Mall, die über 5 Etagen geht…
Schnee? WTF?!?
Auch hier wurde man wieder mit der bizarren Doppelmoral konfrontiert. Einerseits zeigt sich die Stadt und damit das Emirat komplett weltoffen – es gibt natürlich auch Unterwäscheläden in der Mall – andererseits heißt es hier „küssen verboten“. Ich habe wirklich kein Problem damit, mich anders zu kleiden. Aber ich habe mich sehr daran gestoßen außerhalb der eingenen vier Wände keinerlei Zuneigung zeigen zu können. Man kann zwar, aber es ist einfach nicht gern gesehen und könnte die zuweilen recht konservativen Anwohner verärgern.

Wir waren trotzdem recht beeindruckt von Dubai. Nach dem Essen haben wir noch eine ganze Weile in der Arcade verbracht.

Ole hat ein besonders cooles Spiel für sich entdeckt und wurde wieder zum Feuerwehrmann.

Dann sind wir aber endgültig fertig gewesen für den Tag und endlich zur Metrostation gelaufen. Dort funktioniert es wie fast überall. Man braucht wie gesagt eine Karte, die man dann aufläd. Die Metro in Dubai ist gar nicht schlecht. SIe fährt löngst nicht überall hin, aber verbindet die wichtigsten Stationen, ist modern, sauber und schnell. Und dabei meine ich tatsächlich sie fährt, denn in Dubai ist die Metro führerlos. Eine weitere Kuriosität gab es an der Haltestelle. Dort war ein Smart Mall, also ein digitaler Supermarkt am Bahnhof. Während man auf den Zug wartet soll man schnell noch über eine riesengroße Leinwand durch die Regale schauen, auswählen was man braucht und dann wird es nach hause geliefert. Ob das so gefragt ist? Kein Ahnung…

Wir haben uns jedenfalls sehr gefreut, dass wir nicht zurück laufen mussten. Etwas zu früh gefreut, denn von der Metro Station zum Haus waren es dann doch noch mal 25 Minuten. Aber bei dem Tagespensum ist das nicht weiter ins Gewicht gefallen. Insgesamt haben uns unsere Füße an dem Tag fast 10 km getragen. Das sollte aber noch gesteigert werden.

Der nächste Tag 

Wir bekamen von unseren Gastgebern, die aus Trinidad und Tobago bzw. Groß Britanien kamen ein richtiges English Breakfast was perfekt war für den Tag, den wir vor uns hatten. Erst mal hat es uns wieder in ein Einkaufszentrum verschlagen. Zum einen soll eben dieses noch pompöser sein, zum anderen befindet es sich direkt neben dem amtierend höchsten Gebäude der Welt. Außerdem hatte es den Vorteil, dass der Startpunkt zu unserer späteren „Wüstensafari“ dann nicht mehr so weit weg war. 
Tatsächlich ist diese Mall unfassbar groß und hat eine Attraktion an der nächsten. Neben Kinos, Hotels und einem Museum gibt es ein Aquarium, einen Unterwasserzoo und eine Eisbahn. Boing…
Downtown
Von weiter weg kann man viel besser beurteilen, wie groß das Ding wirklich ist.

Was wir nicht wussten ist, dass der Weg zur Mall schon ein Abenteuer darstellen würde. Wenn der Stop „Dubai Mall“ heißt oder „Burj Khalifa“ könnte man ja davon ausgehen, dass die Bahn direkt dort hält. Nach 18 Minuten auf Fahrsteigen (ich musste den Begriff erstmal googlen) war aber klar, dass man eigens für die Mall eine Verbindung zur Bahn erzwungen hat. Die ganzen 18 Minuten über fuhren wir an Häuserschluchten und Mega-Baustellen vorbei. Da war nichts – zumindest noch nicht außer jeder Menge „Bauameisen“ in grünen Westen. Das wiederum fanden wir aber imnens spannend. Die Tatsache, dass dort hunderte von Bauarbeitern rumwuselten und irgendwer den Überblick hat war schon beeindruckend.
Ich hab mir mal den „Spaß“ gemacht und nachgeschaut wie weit die Strecke tatsächlich ist. Denn auf dem Rückweg – wir hatten es ein wenig eilig – legten wir die Strecke in der Hälfte der Zeit zurück. Auf der Karte kann man gut sehen, wie man um die Wolkenkratzer Projekte herum geführt wird. Das Ganze ist überdacht und eben mit Fahrtreppen versehen. Echt abgefahren 😀 Auf jeden Fall ist es die längste Strecke, die ich stehend ohne Fahrzeug zurückgelegt habe.

Das Ende dieses architektonisch interessanten Gebildes zeigt die Länge eines (!!!) von bestimmt 5 Fahrsteigen die von der Metro zur Mall führen
Aqaurium…im Einkaufszentrum…Dubai Style
„Kleiner“ Wasserfall in der Mall, warum nicht…
Mr. Crabs und Gary 😀
Squidward aka „Tadeus Tentakel“

Dieses Einkaufszentrum ist so groß wie eine Kleinstadt. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass wir so lange gebraucht haben, bis wir am Burj Khalifa waren, dass wir eigentlich direkt wieder umdrehen mussten. Das war gleich doppelt schade, weil wir das Wetter und die Sonne so sehr genossen haben und in der Mall ist natürlich alles herunterklimatisiert und zu guten Teilen künstlich beleuchtet. Nachdem wir ein paar Erinnerungsfotos geschossen haben, rannten wir also mehr oder weniger durch diesen Einkaufsirrgarten, um rechtzeitig die Bahn zu bekommen.

So sehen 828 Meter von unten aus…
Es wirkt es nicht so riesig wenn man davor steht. Ich glaube, das Gehirn kann das gar nicht verarbeiten. Man brauch halt immer Referenzpunkte, wie diese niedlichen „Hochhäuser“ gleich nebenan, sonst begreift man das nicht. Beim nächsten Mal will ich auf jeden Fall auch da hoch 🙂
Noch während unseres Sprints über die Fahrsteige, habe ich den Fahrer kontaktiert, der uns in die Wüste bringen sollte. Ich wusste, dass es zeitlich nun doch etwas eng würde. Wie ich vermutet hatte, stellte das aber kein Problem dar, weil der Fahrer sich verspäten würde. Mit der Geisterbahn (da ohne Fahrer) ging es 1 oder 2 Stops weiter. Die Beschreibung des Treffpunkts war recht vage und die Kommunikation mit dem Fahrer war nach der letzten SMS quasi nicht mehr vorhanden. Wir wurden ein bisschen nervös ob das alles noch klappt. Nach einer Weile haben wir 3 Leute gespottet, die normalerweise vermutlich auch besseres zu tun gehabt hätten also nervös vor McDonalds auf und ab zu gehen. Wir haben sofort gewusst, dass die 3 irgendwie zu uns gehören. Nach 20 Minuten kam dann auch unser Fahrer an. Die 3 anderen hatten anscheinend mehr Erfolg beim Versuch den Fahrer zu erreichen.
„Die 3“, das war ein Paar mittleren Alters mit einer Frau um die Zwanzig, oder in den letzten Teenagerjahren – vermutlich die Tochter. Wir wissen nicht genau, welcher Nationalität sie angehörten, vermuten aber Indien. Da die Ladies etwas korpulenter waren und der Herr es für selbstverständlich hielt, dass er den vorderen Sitz einnehmen könnte, wurden wir nach hinten gesteckt. Die Rückbank waren eher 2 Notsitze, dementsprechend waren unsere Knie beim Sitzen auf Höhe unserer Schultern. Dafür nahmen die Ladies aber die mittlere Reihe ein, sodass man eine gute Sicht nach vorne hatte – wichtig, wie sich noch herausstellen sollte. Wir schauten uns etwas unsicher im Jeep um. Was gleich auffiel waren die Überrollbügel und die teilweise abgerissenen Haltegriffe – oje. Hinter uns im Kofferraum befand sich eine kleine Colaflasche und ein dickes Seil. Der Fahrer war also recht zuversichtlich – oje.
Dann fuhren wir los. Natürlich war es mitten am Tag und wir mussten erstmal aus der Stadt raus. Da dort jeder einzeln im SUV rumfährt, gab es Stau. Irgendwann wurden die Häuser weniger und der Sand mehr. Etwa zu diesem Zeitpunkt überholte uns ein Bus, in dem lauter grün gekleidete Männer saßen. Eins und eins zusammengezählt – jeder erinnert sich noch an die Kritik der Zustände auf den Baustellen in Quatar in Vorbereitung auf die WM. Warum sollte es beim Bau der Hochhäuser in Dubai anders sein, allenfalls besser organisiert. Die billigsten Arbeitskräfte kommen natürlich aus dem Ausland und leben dort in Armut. Indien und Pakistan sind nur einmal über den Teich, also gleich um die Ecke. Sie kommen hier her um zu arbeiten, nicht um zu leben. Die Mieten in Dubai sind wahrscheinlich unbezahlbar, selbst in den wenigen nicht so schönen Gegenden. Man karrt sie also im Morgengrauen zur Baustelle und vor Sonnenuntergang wieder zurück – irgendwo ins Nirgendwo.
Irgendwann gab es keine Häuser mehr, aber Dattelfarmen und Kamele, bzw. Dromedas. Ole träumte schon von besseren Zeiten (nach der Berg- und Talfahrt durch die Wüste) und ich genoss wie sich die Landschaft nach und nach veränderte. Nach einer guten Stunde erreichten wir unseren ersten Stop. Während der Fahrer den Luftdruck der Reifen um gut die Hälfte verringerte hätten wir mit hundert anderen Leuten Quadfahren können. Zum Glück entschieden sich auch unsere Mitfahrer dagegen, sodass wir gleich weiter konnten. Die letzten Meter auf dem Asphalt fielen unserem Jeep offensichtlich schwer, aber nach nur ein paar Minuten waren wir da. Sand, überall. Da fragt man sich schon, wie die hier eigentlich die Straßen gebaut haben. Wie hält das? Fährt da jeden Tag ne Maschine lang und sorgt dafür, dass die Straße nicht unter Tonnen an Sand versinkt?
Keiner von uns wusste, was genau auf uns zukommt. Wir waren also ein bisschen angespannt, also unser Fahrer die ersten Meter in der Wüste fuhr um dann gleich wieder zum stehen zu kommen…auf einem Hügel. Ein paar hundert Meter entfernt reiten sich um die 20 Jeeps hintereinander auf. Wir fragten uns, warum wir jetzt hier oben stehen und das Ganze beobachten. Irgendwie hat aber niemand den Fahrer gefragt. Nach 5-10 Minuten legte er plötzlich einen Gang rein und fuhr los, weg von den anderen Jeeps, rein in die Wüste – Joyride! Eher wir wussten wie uns geschieht, hingen wir mit dem Auto seitlich an einer Düne, in einem unmöglichen Winkel nur um dann mit Vollgas den nächsten Hügel zu erklimmen. Zum ersten Mal wusste ich einen Sicherheitsgurt wirklich zu schätzen. Unsere Position ganz hinten im Auto machte es auch irgendwie gleich doppelt so spannend. Geradeaus sahen wir abwechselnd Abhang und Himmel, wie bei einem Schiff mit hohem Wellengang. Es war total sinnlos aber ich fands echt gut und definitiv ausreichend Nervenkitzel. Ole s anfängliches Grinsen hat sich aber schon bald in eine leichte Fratze verwandelt. Sein Magen steht nicht so sehr auf seitwärts und hoch-runter Bewegungen. Er hat sich aber wacker geschlagen. Ich hab mich regelmäßig gefragt, ob der Fahrer jetzt besonders gut ist oder besonders dämlich. In jedem Fall war er eher der Draufgänger Typ – für uns natürlich der extra Kick.

Nach einer gefühlten halben Stunde (wahrscheinlich waren es eher 10 Minuten) Dune-Bashing wie es hier heißt fuhren wir dann auf einen kleinen Berg. Außer uns war immer noch niemand in Sichtweite. Der Fahrer erklärte uns schließlich mit „Pictures, here“ dass dies wohl der beste Aussichtspunkt für Fotos sei. Ole war sichtlich erfreut über den Stop und ich muss sagen, mit dem Fahrer haben wir ein Glückslos getroffen. Aus irgend einem Grund waren sämtliche anderen „Wüsten-Safari-Agenturen“ da unten unterwegs, alle hintereinander. Nur wir sind die Spezialstrecke gefahren und konnten jetzt von unserem Special-Aussichtspunkt auf die vielen weißen Jeeps in der Ferne schauen.

Natürlich musste ich das Tuch nicht tragen, aber in der Wüste ist das ungemein praktisch, Sonne, Wind & Sand sind keine gute Kombi für den menschlichen Kopf 😀
Unser Wüstenfahrzeug
Ganz nett die Aussicht 🙂

Der definitiv schlechteste Fahrer war auch zu sehen. Er hatte es jedenfalls geschafft, dass sein Jeep sich nicht mehr von der Stelle bewegte und der Winkel sah auch nicht so super aus.
Ein Mal musste Ole dann noch in den sauren Apfel beißen. Den anderen Wagen hinterher ging es noch mal durch die Wüste, dann kurz auf richtige Straßen und wieder in die Wüste. Dort wurden wir kurzerhand in andere Autos verladen (mit furchtbaren Fahrern) und 2 Minuten zu unserem Ziel – einer Art Wüstencamp – gefahren. Wir hätten Quad fahren und Kamele oder Falken streicheln können. Aber es war offensichtlich, dass das keine gute Idee wäre. Den Tieren ging es nicht gut, also keine Chance dass wir das unterstützen und die Quad-Geschichte ist jetzt auch nicht so neu. Irgendwo lag ein verlassenes altes Snowboard rum, das wohl das „Sandboarden“ darstellen sollte. Fanden wir aber auch am interessantesten und Ole hat sich einfach mal drauf gestellt. Funktionierte mehr schlecht als recht aber wir hatten unsere Ruhe.

Wir gingen dann ins Camp. Wir hatten einen „Tisch“ direkt an der Bühne. Unsere Mitfahrer hatten aber offensichtlich vergessen, dass es in der Wüste kalt wird sobald die Sonne untergeht und setzten sich daher etwas windgeschützter an die Seite. Hatten wir eben eine großen Tisch nur für uns – auch okay! 🙂 Unsere Erwartungen waren ob des Ticketpreises sehr gering. Wir waren dann aber doch positiv überrascht. Zunächst mal wäre da das Essen: größtenteils super lecker und reichlich! Angestellt wurde sich in 2 Schlangen – Männer und Frauen – verschiedene Tische, was die Schlange verkleinerte – fand ich super! Dann gab es 3 Programmpunkte. Erstmal Bauchtanz – ging so aber hey, was soll’s. Einfach nur in der Wüste zu sitzen bei leckerem Essen und exotischer Musik, mit den Sternen über uns – was will man mehr. Dann kam ein Feuer-jongleur – WOW! Super beeindruckend, der Typ gehört auf jeden Fall in eine größere Show. Und zum Schluss trat ein Typ auf in einem bunten Kleid. Erst dachte ich an Travestie, aber macht ja keinen Sinn hier. Ich erinnere mich nicht mehr an den Namen, aber der Tanz bestand darin dass er sich 20 Minuten lang ohne anzuhalten im Kreis gedreht hat. Zwischendurch ging der Rock dann hoch, Teile kamen ab oder haben geleuchtet. Schon witzig. Wahrscheinlich eine Art Clown der Scheichs früher 😉

Die Veranstaltung war danach auch sofort vorbei. Unser Fahrer kam als Erster zu uns und meinte – los geht’s bevor man in den Stau der anderen Jeeps gerät. Also wieder 2 Minuten mit einem fremden Auto, dann umsteigen und zurück in die Stadt.
Für uns war der Abend damit noch nicht beendet. Da wir am nächsten Tag schon die Abreise bevor stand sind wir noch mal zum Dubai Creek gefahren. Ein Bekannter hatte uns gesagt wir würden dort auch spät abends noch lecker was essen können. Blöderweise hatten wir keine genaueren Infos und sind einfach an der Metrostation ausgestiegen, die am nächsten war. Was wir nicht wussten, ist dass dort auch eine Monsterbaustelle war, die die Aussicht auf den Fluss nahm – und zwar komplett und kein Ende in Sicht. Da wir schon 16 km gelaufen sind hatten wir jetzt nicht mehr so die mega Lust einen großen Umweg zu laufen. Also sind wir illegaler und gefährlicherweise, einfach entlang der Baustellenabsperrung gelaufen, die leider auch den Fußweg einnahm. Nach 20 Minuten oder so, hatten wir es dann geschafft und das Ende der Baustelle gefunden. Schade, dass der Rest so abgesperrt war. Dann war es aber auch für uns genug.

Am nächsten Morgen kam das bestellte Taxi, was diesmal auch nur 1/4 von dem kostete was wir auf der Hinfahrt zahlten, Juhu. Am Airport verlief alles reibungslos, wir hatten sogar Stullen mit 😀
Richtig gut wurde es aber im Flugzeug. Es waren so wenig Passagiere an Board, dass wir jeder eine Reihe für uns hatten – Premium! An dieser Stelle sei auch gleich geklärt, weswegen es akuten Fotomangel der letzten Dubainacht gibt. Selbst ein neues iPhone hat bei Dunkelheit keine Chance auf ein gutes Foto. Meine super geniale tolle Canon Kamera schon. Blöderweise setzte beim Flug das instant Karma ein. Ich habe mich zu breit gemacht und meine Sachen (Bücher, Kamera, etc) auf die Sitztaschen vor mit verteilt. Trotz hundertfachem Check beim Aussteigen muss ich die Kamera und ein Buch übersehen haben, sie sind seither unauffindlich. 🙁 es ist soooooo traurig. da waren soooo schöne Fotos drauf öhöhö… so gemein.

whoop whoop – was hab ich gut geschlafen 🙂

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