Es geht los

Die letzen Wochen in Müllburn haben wir in erster Linie mit packen und Good Bye’s verbracht. Von unserer Wohnung haben wir uns schon Ende Juni verabschiedet und konnten uns dasher schonmal ans Nomaden-Dasein gewöhnen. Zum Glück gewährte unser verrückter Freund Joey uns wieder Unterschlupf, sodass wir eine ganze Monatsmiete für unsere Reise zurücklegen konnten. Irgendwann waren alle Möbel, electronischen Geräte und anderer Klimbim verkauft, was den ein oder anderen Flug finanziert hat. Dann hieß es nur durchhalten, die letzten Meter bei der Arbeit schaffen, jeden Tag im Fitnessstudio duschen (aus diversen Gründen) und sich mit den neuen Mitbewohnern arrangieren. Natürlich kam auch eine ganze Menge Organisationskram dazu. Da wir fast immer zur Hauptsaison in den jeweiligen Ländern unterwegs sein werden, mussten wir wohl oder übel einige Sachen im Voraus buchen. Aber das kann man durchaus als positiven Stress betrachten oder eben first world problems.

Dann war es soweit. Melbourne zeigte sich in den letzten Tagen mit kalten Nächten und Stürmen nochmal von seiner besten Seite und machte den Abschied leicht. Wie immer waren wir in den letzten 48h vor Abflug dann doch trotz aller Vorbereitungen im Stress. Die Airline liess uns aus unerfindlichen Gründen nicht online einchecken, weswegen wir entgegen aller Vernunft ca. 3 h vorher am Flughafen sein mussten. Aus Kostengründen sind wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs gewesen, also nochmal 1 Stunde extra. Die Nacht war kurz und das Gepäck viel zu schwer aber am Ende war es doch wieder Schicksal. Auf dem Weg zum Airport erreichte uns die Nachricht, dass es eine massive Bombendrohung gegeben hätte und deswegen die Sicherheitsvorkehrungen an allen australischen Flughäfen erhöht worden sind. Die Wartezeit an den Sicherheitskontrollen war entsprechend länger. Tatsächlich wurden wir gleich 2 Mal für extra Kontrollen ausgesucht. Schließlich saßen wir pünktlich aber erschöpft am Gate.

Der Flug nach Auckland mit Air New Zealand war sehr entspannt, super Airline. Nach 3.5h haben wir einen ersten Blick auf dieses wunderschöne Land werfen können. Die untergehende Sonne hat alles noch mystischer aussehen lassen. Dann haben wir uns in unsere Langstreckenflug-Kleidung geworfen und es ging fast direkt weiter. Ich hab vorher noch ein bisschen Airport Yoga gemacht. Ole hat sich eine der wenigen wenn nicht sogar die einzige freie Sitzreihe geschnappt während ich happy am Gang saß und es einen freien Mittelplatz gab. Der Flug war ziemlich rucklig. Ich frage mich dann immer wie es sich in kleineren Maschinen anfühlt wenn man in so einem riesiegen 777 Flieger schon so geschüttelt wird.

Abflug MEL Sonntag 12;15 Uhr Ortszeit. Planmäßige Ankunft LAX war auch Sonntag 12:35 Uhr. Schon witzig. Ganz so war es dann nicht. LAX ist wohl vor allem zur Sommerzeit ziemlich überlastet. Sodass wir noch 30 Minuten auf dem Rollfeld rumstanden. Und dann waren wir natürlich 1-2 Stunden größtenteils in der Schlange bei der Einreise. Man gewährte uns aber ohne große Fragen Einlass. Dann noch das Gepäck schnappen, kurz umziehen und den wartenden Mike begrüßen. Leider war der Stau nicht nur auf dem Rollfeld sondern auch in den Straßen deutlich spürbar. Zum Glück war Sonntag.

Nach einer kurzen Dusche fuhren wir gleich weiter zu unserer zum Ritual gewordenen Bar, dem Yardhouse wo es zig verschiedene Biere direkt vom Hahn gibt. Bei einem Bierchen konnten wir erstmal die größten Neuigkeiten austauschen. Nebenher lief ein fast schon geschichtstraechtiges Baseball Spiel der L.A. Dodgers. Es sieht so einfach aus, aber die Regeln sind echt kompliziert.
Der Jetlag in diese Richtung ist immer zeimlich leicht zu überwinden, sofern man nicht früh aufstehen muss. So hatten wir weder Probleme einzuschlafen noch lange aufzubleiben.

Die Haelfte des ersten Tages haben wir dann aber doch verschlafen. Es spricht ja nichts deagegen, immerhin sind wir im Urlaub. Da wir uns fuer die erste Zeit keinen Mietwagen holen wollten, sind wir eben eine dreiviertel Stunde zu Fuss zum naechsten Shopping Center gelaufen. Mit Flipflops, Cap und ordentlich Wasser & Sonnencreme im Gepaeck, hat uns die Mittagssonne nichts ausgemacht. Endlich wieder Sommer! Jeden Tag. 🙂

Wir hatten eine ganze Menge zu organisieren aber auch alle Zeit der Welt. Der Tag war also echt entspannt. Abends hatte Mike ein Softball-Spiel, dass wir uns angeschaut haben. An den naechsten beiden Tagen hatte Mike sich frei genommen, sodass wir jede Menge unternommen haben. Wir waren Baseball spielen in den Batting-Cages (die Trainingsversion, sowas wie eine Driving Range beim Golf), wir waren mit der Bahn in der Stadt und abends beim Universal City Walk.

Was viele nicht wissen, ist dass L.A. immer besser wird was den oeffentlichen Nahverkehr angeht. Es gibt inzwischen 2 neue U-Bahnlinien die uns zum Airport und an den Strand von Santa Monica  bringen koennen. Am Mittwoch sind wir damit bis nach Hollywood gefahren. Da der Hollywood Boulevard aber echt nicht schoen ist, besonders im Hochsommer wollten wir direkt weiter in den Sueden. Der erste Stopp sollte das Wirtshaus sein. Kurzerhand sind wir zu Fuss gegangen. Trotz Hitze eine weise Entscheidung mal ein bisschen zu laufen. Nach etwa 45 Minuten waren wir dann da und standen bloederweise vor verschlossener Tuer. Oeffnungszeiten checken haette geholfen. Unser naechstes Ziel war dann eigentlich gar nicht mehr so weit entfernt. Wir beschlossen wieder zu laufen. Aber dann hatten wir die Entfernung doch unterschaetzt und liefen eine weitere Stunde. Das wurde dann mit FlipFlops doch ein bisschen anstrengend. Wir haben es aber ueberstanden und uns ein bisschen bewegt.

Die meiste Zeit leben wir gerade in den Tag hinein. Wir stehen auf, springen in den Pool, fruehstuecken und geniessen das Urlaubsleben. Am Wochenende haben wir uns dann mit Elisa getroffen und sind Downtown gefahren. Keine schoene Gegend. Hohe Haeuser, viel Dreck und Elend. Aber die industriellen Orte sind ideale Flaechen fuer neue Brauereien. Die Mieten/Grundstueckspreise und Lizenzen sind dort noch bezahlbar. Eine Craft Beer Brauerei an der naechsten. Vom Bahnhof mussten wir aber erstmal 30 Minuten an den Zeltstaedten der Obdachlosen vorbeilaufen. Es ist schon erschreckend was hier direkt vor der Haustuer der Reichen abgeht. Ich verstehe dass es inwischen zu einem Problem geworden ist, dass man nicht so leicht loesen kann. Aber ich verstehe nicht wie es soweit kommen konnte. Es scheinen aber viele Dinge in Bewegung zu sein, die in die richtige Richtung gehen. Kaum waren wir an der ersten Brauerei war nichts mehr zu sehen von den Problemen der Stadt. Wir waren insgesamt in 3 Breweries und haben etliche Biere probiert.

Natürlich haben wir es uns auch nicht nehmen lassen einen ganzen Tag am Strand zu verbringen. Wir waren in Santa Monica, endlich mal wieder im Meer, und sind dann nach Venice gelaufen. Dort habe ich Ole dann auch mal die Venice Canals gezeigt, die Namensgeber für die Gegend waren. WIr waren zur Happy Hour Sushi esse, sind dann ganz zurück bis Santa Monica gelaufen und sogar nochmal mit der kleinen Achterbahn gefahren. Bevor wir die Bahn Richtung Norden genommen haben, sind wir nochmal die nagelneue Shoppingmeile entlang gelaufen. Echt Wahnsinn was sich hier immer in ein paar Jahren verändern kann. Auf dem Rückweg hielten wir in Hollwood. Dort waren wir mit einer alten Klassenkameradin von Ole verabredet, die nun seit 3 Jahren hier wohnt. Es war total spannend zu hören, wie sie hier lebt. WIr sind in eine Rooftop Bar gegangen und waren dann noch in einer richtigen Kneipe. 😉 Mit dem Uber ging es schnell, günstig und sicher nach hause. 
Und dann waren wir noch mit unseren ehemaligen Vermietern verabredet. Bzw. Mit einem Teil, denn wie sich herausstellte sind sie jetzt getrennt. Deborah lebt mit ihrem Bruder und unfassbar vielen Katzen immernoch in dem Haus. Unsere Wohnung war die letzten 4 Jahre an eine ältere Dame vermietet worden, die aber jetzt wohl auszieht. Es war total nett und interessant zu hören, was es so neues gibt. Jetzt sind wir natürlich gespannt darauf zu erfahren, was der andere Teil – David – so zu erzählen hat. 🙂

Wir machen uns jetzt fertig fuer den naechsten Stopp. Mit einem Campervan geht es von L.A. nach San Francisco in 2 Tagen und 2 Naechten. Dort werden wir uns mit meiner ehemaligen Kommillitonin treffen, die dort mit ihrem Freund in Santa Clara wohnt.

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