Santa Clara – San Francisco – Santa Cruz – Santa Rosa

16.08.2017, Klamath Falls, OR, 2.50pm

Das Schlachtschiff konnten wir ohne Aufpreis in San Francisco bzw. Hayward abgeben, wenn auch nicht komplett problemfrei. Der Spaß hat uns 90$ gekostet + 40$ für 1 Nacht auf dem „Campingplatz“. Nicht schlecht für 500km Fahrt und 2 Nächte Unterkunft für 2.

Die liebe Kathrin hat uns netterweise direkt vom Händler abgeholt und zu ihrem schönen Zuhause chauffiert. Kathrin und ich kennen uns noch aus Unizeiten, wo wir gemeinsam für unsere Kommillitonen im Fakultätsrat gekämpft haben. Das liegt zum Glück ja hinter uns.

Es war echt nice mal wieder einfach auf der Terrasse zu sitzen, zu schnacken und ’n Käffchen zu trinken. Als Deutscher weiß man eben auch nach mehr als 1 Jahr in Kalifornien das schöne Wetter zu schätzen. Da Kathrin’s Mann bei Apple arbeitet konnten wir im Infinity Loop in der Apple Kantine essen. Klingt unspektakulär, ist aber echt ganz cool. Mal abgesehen von der guten Qualität und den Preisen beim Essen, kann nicht jeder Hans und Franz dort rein – sehr cool. Es war auch schon witzig, wie alle ihre Airpods in den Ohren hatten und mit ihrer Apple-Watches bezahlt haben.
Als Bier-Nerds zog es uns beide nach dem Silicone Valley noch in die Nachbarschaftsbrauerei. Konnten wir unseren beiden Gastgebern noch was in ihrer Hood zeigen. 🙂

„Wenn du etwas machst und es wird ziemlich gut, dann solltest du etwas anderes wundervolles tun, dich nicht zu lang damit aufhalten. Finde einfach heraus was du als nächstes tust.“ (Frei übersetzt)

Am Samstag wollten wir uns dann schon auch mal dieses San Francisco angucken, von dem immer alle reden. Wir waren ja in Santa Clara und das ist doch ’ne ganze Ecke weg von der Stadt mit der berühmten Brücke. Eigentlich wollten wir ganz deutsch die Bahn nehmen, aber das public transport System ist nicht zu vergleichen mit dem Deutschen. So wurde es ein Auto-Bahn-Mix. Mein erster Eindruck von San Francisco ist, dass es mit Abstand die touristischste Stadt ist, die ich bisher gesehen habe. Nun sind wir hier, wie fast überall, ausgerechnet zur Hochsaison und in den Sommerferien (und an einem Samstag) gewesen. Aber ich war eben auch schon im Juli in Rom.
Der Unterschied liegt meiner Meinung nach darin, wie es sich verteilt. Die Stadt San Francisco ohne die umliegenden Stadtgebiete/Städte (?) ist zwar groß, aber die Touri Spots sind nicht so verteilt. Ähnlich wie in Hamburg findet man die meisten Leute eben am Wasser und in der Innenstadt wo die Geschäfte sind. Trotzdem war es schon hübsch anzusehen.

 Alcatraz

Das Wetter hat auch einigermaßen mitgespielt.Ich weiß gar nicht wie hoch der Temperaturunterschied von Santa Clara zu San Francisco war, aber während wir im Tal noch ordentlich in der Sonne geschwitzt haben, reichte es in der Stadt am Wasser mit langer Hose und Windjacke gerade so.

Wir sind natürlich auch mit dem Cabel Car gefahren. Dafür stellt man sich an bestimmte Kreuzungen der hügeligen Straßen und wartet in der Schlange, die sich dort zu Hochzeiten unweigerlich bildet. Normalerweise empfiehlt es sich nicht an den Endstationen einzusteigen, weil
a) man so die super langen Schlangen vermeiden kann (Touristen wissen es ja nicht besser)
b) immer Plätze für später zusteigende Menschen freigehalten werden und
Zuguterletzt) mittendrin weniger Ticketkontrollen stattfinden, sodass man sich die $7 für die Fahrt in der Regel sparen kann.

Nun hatten wir allerdings etwas Pech. Zunächst einmal gab es irgendeine Störung und die Karren kamen nicht an‘ Laden. Als es dann kam war es (das Kabel-Auto) entsprechend übervoll und wir mussten ganz rein in die Bahn. Wir konnten also nicht lässig draußen dran hängen und haben auch nicht viel mitbekommen, während sich die anderen Fahrgäste benommen haben als wären sie in der Achterbahn. Ist dann halt so.
Mein Highlight bildeten eh die vielen freien Seelöwen direkt am Pier.  Das sind schon sehr entspannte und unterhaltsame Zeitgenossen. Wenn sie nicht gerade mit einer Flosse nach oben in der Sonne schlafen, kabbeln sie sich um die besten Plätze und blöken sich dabei auch gerne mal lautstark an.

Auch in der Stadt haben wir uns die Mühe gemacht nochmal bei 2 Brauereien vorbeizuschauen. Wenn man schonmal da ist…

Am dritten Tag wollten wir eigentlich ein bisschen wandern gehen, aber unsere Energiereserven waren etwas aufgebraucht. Kathrin hatte sich überlegt, dass wir auch einfach in den Surferort Santa Cruz fahren könnten, was auf jeden Fall die richtige Entscheidung war. Mit dem Auto ging es kilometerlang in Serpentinen durch einen Canyon. Santa Cruz hat auch einen riesigen Pier. Auch hier lassen sich die Seelöwen gern nieder. Allerdings kann man auch surfen und schwimmen – mit Glück in Gesellschaft dieser super niedlichen Tiere. Für uns war der Strand an dem Tag nicht so einladend, weil die eine Seite nicht von Algen befreit und die andere viel zu voll war. Wir haben es genossen auf dem Pier abzuhängen, war auch nice. Und, wer hätte es gedacht, auch in Santa Cruz gibt es schöne Brauereien. 🙂 Abends haben wir nochmal alles gegeben und schön gegrillt. Dann hieß es auch schon wieder verabschieden und weiter zum nächsten Ziel. Es war auf jeden Fall total schön und entspannend bei den beiden in Santa Clara. Hoffentlich kommen sie uns auch mal besuchen.

Otter gab es auch. 🙂

Ole und ich wollten für eine Nacht nach Santa Rosa. Dort gibt es eine Brauerei, die für Bier-Geeks eine Art Mekka ist. Die Russian River Brewery. 1 Jahr lang lag uns Nat aus Melbourne damit in den Ohren. Er hat sogar den Hund nach seinem Lieblingsbier benannt, was unter Kennern lange Zeit die Nummer 1 war – Pliny The Elder. Wir haben uns für die sparsamste Reisevariante entschieden, den Greyhound Bus. Ist preislich zu vergleichen mit Zugfahren in Italien. Komfort gibt es allerdings nicht. Zum Glück konnten wir den ersten Teil der Strecke bis San Francisco mit einem sehr guten Regionalzug fahren. In San Francsisco mussten wir dann umsteigen. ABer wir hatten noch Zeit um eine weitere Brauerei auszuchecken, die auf dem Weg lag.

Der Bus fuhr über Oakland nach Santa Rosa und war übervoll und der Geruch war milde gesagt unangenehm. Immerhin war der Busfahrer nett, dachte ich und wir fühlten uns halbwegs sicher. Ich fand den Busfahrer aber nur solange nett, bis er auf halber Strecke verlauten lies, dass er etwas essentielles in Oakland vergessen hätte und wir deswegen umkehren müssen.

Mit einer Verspätung von über einer Stunde schafften wir es dann nach Santa Rosa. Dann schnappten wir uns ein Lyft – einer dieser privaten Fahrdienstleister wie Uber – und fuhren zu unserem Hotel für die Nacht. Nach außen wirkte es nicht großartig aber das Zimmer war dann doch überraschend komfortabel. Nach der ganzen Fahrerei wollten wir uns dann aber doch ein bisschen bewegen und so liefen wir 45-60 Minuten zur Brauerei – aber nicht ohne auf halber Strecke einen Erholungsstopp bei einer anderen Brauerei einzulegen. 😀
Russian River selbst wirkte auf mich so wie eine Kleinstadt-Kneipe. Aber für’s Ambiente fährt man da ja auch nicht hin, sondern für’s Bier. Wir haben uns durch 24 kleine Biertaster probiert und wurden nicht enttäuscht.

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