Singapore – Indonesien

 

 

Am 22. November kamen wir in Singapore an. Der Flug war kurz aber schon recht ruckelig, denn wir waren ja mitten drin in der Regenzeit und nachmittags sind dann Gewitter angesagt. Von oben haben wir wieder mal die Masse der Schiffe bestaunt die vor Anker lagen: der Wahnsinn. Den Flughafen kannten wir ja schon sehr gut, denn wir waren hier schon drei mal zuvor auf der Durchreise. Diesmal haben wir uns aber auch das Land anschauen können. Beim Zoll hatten die Mitarbeiter dann ihren Spaß mit Ole. Der hatte noch ein Messer vom Fischen aus Neuseeland dabei, weswegen er den halben Rucksack auspacken sollte. Zum Glück war es dann aber doch an der Seite. Als er das Messer ausgepackt hat, fingen die Herren an zu lachen und sagten, damit könne er ja nicht mal eine Durian schneiden (Frucht, später mehr). Naja, Hauptsache kein Ärger und weiter.

Mit der modernen Bahn ging es in die Stadt. Wir haben in der Nähe von China Town übernachtet, was irgendwie ulkig ist, weil 75% der Bevölkerung in Singapur Chinesen sind.
Unsere Unterkunft wäre eigentlich super gewesen, wenn die Baustelle gegenüber nicht wäre. Wir haben sofort erahnen können, dass es ein größeres Vorhaben ist und sind direkt wieder raus gegangen, damit wir uns den Lärm nicht antun müssen.
Dort fielen uns sofort einige Sachen auf. Zunächst mal fanden wir das Klima vergleichsweise mild, was sicher auch mit der Nähe zum Wasser und der damit verbundenen leichten Brise zusammenhängt. Es gab Gehwege mit Fußgängerampeln, die leider nur bedingt funktionierten, weil man ungelogen mindestens fünf Minuten an jeder der Riesenkreuzungen warten musste. Dafür waren sie relativ behindertenfreundlich.

Außerdem gab es Fahrräder und teilweise sogar Radwege. Wow. Die Stadt ist relativ grün und sehr aufgeräumt, insbesondere für südostasiatische Verhältnisse. Nicht zuletzt deswegen nennt man den Stadtstaat auch Asien für Anfänger. Allerdings   funktioniert das auch nur über harte Gesetze. Für Rauchen am falschen Ort oder Müll achtlos irgendwo hinwerfen kann neben hohen Geldstrafen auch mit Gefängnis gerechnet werden. Kaugummis sind zudem komplett verboten in Singapur.
Die Menschen waren freundlich und irgendwie proaktiv hilfsbereit. Außerdem können die meisten Leute fließend Englisch, neben Chinesisch eine der Amtssprachen glaube ich.

 

 

Das erste Ziel war eine Craft Beer Bar, die ich schon kannte, weil sie KAIJU Bier (die australische Brauerei bei der ich gearbeitet habe) und den Cider hatten. Ahnungslos liefen wir mal wieder mitten in ein Tap Takeover. Diesmal hatte eine Brauerei aus Hongkong namens Young Master die Zapfhähne der Bar übernommen. Durch unsere KAIJU Klamotten waren wir gern gesehene Gäste und kamen gleich mit den Leuten ins Gespräch. Es war total cool. Obwohl wir vorher niemanden kannten, hatten wir gleich neue Freunde gemacht und alles wirkte vertraut. Wir blieben eine ganze Weile und am Ende konnte ich als Gewinnerin beim Quiz gleich noch ein paar Preise abstauben. Von der Barkeeperin bekamen wir noch einen heißen Tipp, was und wo wir essen sollten. Minced Pork with noodles (dry) bei Da Lian Traditional Noodles. War ein super Tipp, lecker und saugünstig.

 

Am nächsten Tag wollten wir etwas sehen von der Stadt. Eigentlich kann man hier wahnsinnig viele Dinge machen. Von der Fahrradtour auf einer Insel im Naturschutzgebiet bis zum Zip-Lining im Dschungel oder Vergnügungsparks ist alles dabei. Da wir nur begrenzt Zeit hatten und unser Budget nicht sprengen wollten, beließen wir es beim Stadtspaziergang. Eines unserer Ziele waren die Marina und Gardens By the Bay. In den Gärten kann man ausgiebig im Grünen und am Wasser spazieren gehen. Heimische und exotische Pflanzen werden gezeigt und erklärt – super Ort um zu relaxen. Theoretisch gab es dort noch Glaskuppeln wo besonders exotische Pflanzen für diese Klimazone wachsen. Im Prinzip wie das Tropenhaus in Planten un Bloomen nur andersrum. Wir standen kurz vor der Eingangstür und uns kam ein echt kalter Wind entgegen, abgefahren. Den happigen Touristenpreis dafür wollten wir dann aber nicht bezahlen.

 

Selbstfahrendes Elektroauto

 

 

Da oben rechts auf dem Dach ist ein Infinity Pool!

 

 

 

Landesvogel

 

 

 

Lieblingsblume ueberall wo’s warm ist – Frangipani!

 

Stattdessen fuhren wir mit der Bahn zurück in die Stadt und liefen dort noch zu ein paar Bars wo wir unsere Freunde vom Vortag wiedergetroffen haben. Da war es uns dann aber doch zu voll und wir sind nochmal an die Promenade gegangen. Wirkte wie eine Mischung aus Venedig und Binnenalster. Auf dem Wasser fuhren ganz leise viele kleine, bunt beleuchtete Boote umher. War eine echt schöne Stimmung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen ging es früh los in Richtung Flughafen. Unser nächster Stopp war Jakarta, die Hauptstadt von Indonesien. Bisher hatten wir von dem Land nur Bali gesehen. Die Stadt würde einen krassen Unterschied darstellen zur Urlaubsinsel, das wussten wir. Aber wir waren ja in Jakarta um einen alten Freund von mir zu besuchen. Jakarta ist weltweit die zweitgrößte Metropolregion nach Tokio. Schon in der Luft hat es länger gedauert, weil der Airport so busy ist. Auf dem Boden angekommen sah man wahnsinnig viele Menschen auf Rollern und ein paar im Auto. Wäre es anders herum würde dort auch gar nix mehr gehen, obwohl die Stadt auch so schon kurz vor dem Verkehrsinfarkt steht. Leider ist das Benzin obendrein viel zu günstig, was nicht gerade zur Besserung beiträgt. Die Grundstückspreise sind laut Leo der Wahnsinn und wie überall steht viel (Luxus-) Wohnraum leer aufgrund von Investoren. Wenn man nachts durch das Nobelviertel fährt ist kaum ein Licht an. Wir konnten gar nicht glauben, dass die Leute hier so händeringend wohnen wollen, aber irgendwie macht es ja schon Sinn, denn hier sind die Jobs…

 

Unser Hotel lag zum Glück in der Nähe vom Flughafen, sodass wir nicht stundenlang im Stau standen. Wir haben uns erstmal ausgeruht und bisschen Sport gemacht, ehe wir am nächsten Morgen von Leo besucht und später abgeholt wurden, um in eine Bar in der Stadt zu gehen. Was uns dabei auffiel waren die extrem harten Sicherheitskontrollen an den Hotels. Bei Autos wird der Kofferraum geöffnet und der Unterboden auf Bomben gecheckt. Vor einigen Jahren gab es in der Stadt kurz hintereinander mehrere Anschläge auf große Hotels. Außerdem ist Jakarta ein Raucherparadies. Nichtraucherzonen Fehlanzeige.

Pool

 

Blick vom Hotel

Am nächsten Tag waren wir dann bei Leo’s Familie zum essen und Baby gucken eingeladen. Kulinarisch wurden wir vollends verwöhnt, vom indonesischen Kaffee, übers handgemachte Teegetränk, das man nur schwer bekommen kann bis zum kompletten Mittagsbuffet. Indonesisches Essen kann ich nur weiterempfehlen, zwar sehr scharf aber auch eine Geschmacksexplosion, super lecker. Was wir nun auch endlich mal probieren konnten, war Durian auch Stinkfrucht genannt. Diese Frucht polarisiert ja sehr, die einen lieben sie, anderen kommt schon von Weitem die Galle hoch wenn sie Durian riechen. Wir haben sie mundgerecht serviert bekommen. Ich würde den Geschmack so beschreiben: Schweinegeschnetzeltes mit Rahm. Also schön Zwiebeln, Schmand und Schweinekotlett. Ich fand es nicht eklig, weil ich ja darauf eingestellt war, dass es nicht nach Obst schmecken würde. Ich fand es echt lecker. Man muss dabei halt an deftige Mahlzeiten denken. Ich kann mir vorstellen Durian als Soße verarbeitet zu Fleisch zu servieren. Ist aber echt ’ne Erfahrung. Und dann gab es auch noch Rambutan, pinke flauschige kleine Früchte. Sehr nah an Lidschi dran und lecker süß.

Leo mit Baby

 

 

 

Damals – Heute

 

Damals – Heute

 

Rambutan

 

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Craft Tee

 

Ole in seinem natuerlichen Habitat

Wir fuhren noch zusammen in eine Shoppingmall, weil ich ja keine Schuhe mehr hatte und eigentlich liebend gern neue gefunden hätte. Ich fand es erstaunlich, wie weihnachtlich es im Einkaufszentrum war, wenn man bedenkt dass wir uns in einem krass muslimischen Land befanden. Aber Geld kann man mit dem Weihnachtsthema anscheinend überall verdienen.
Dann wurden wir zu unserem nächsten Hotel gebracht, das sehr nah am Bahnhof lag, denn wir wollten einen Tag später mit dem Zug bis nach Yogyakarta im Osten von Java fahren. Wir verabschiedeten uns von Leo, den ich glaube ich seit 15 Jahren nicht gesehen hatte und blieben noch Übernacht in Jakarta.

Die Zugfahrt nach Yogyakarta war sehr entspannt. Es gab super nette Zugbegleiterinnen und sogar Essen an Board. Die Fahrt dauerte einige Stunden, ging aber wie im Flug vorbei. Yogyakarta’s Stadtkern war wie in jeder anderen Stadt laut und dreckig. Unser Hotel lag allerdings außerhalb und direkt am Airport – der übrigens den besten Airport Code hat: AIR. 😀
Von unserem Infinity Pool auf dem Dach konnten wir geradewegs auf die Landebahn gucken, spektakulär. In Donesien ist man als Europäer ja Millionär, wortwörtlich, denn 116.160,00 IDR sind etwa 10€. Entsprechend günstig war es dort und wir hatten ein wirklich schönes Hotel mit wahnsinnig gutem Frühstück erwischt. Da habe ich mir dann sogar eine Massage gönnen können.

 

 

Infinity Pool mit Flughafenblick

Am nächsten Tag wollten wir uns die größte Buddhistische Tempelanlage und UNESCO Weltkulturerbe – Borobodur – anschauen. Dafür mussten wir in den sauren Apfel beißen und Bus fahren. Wir hatten aber eigentlich Glück und die Fahrt dauerte etwa 1,5 Stunden. Erträglich. Kaum angekommen, fing es an zu regnen. Macht Sinn, ist ja Regenzeit. Dafür gab es aber weder Touristen noch Mücken. Der nächste Schock war der Eintrittspreis. Obwohl Deutschland die Restauration der Tempelanlage mehr oder weniger komplett finanziert hat wollten sie von uns 25 $ Eintritt (ja wir wissen dass das in keinem Zusammenhang steht….leider). Und wenn man das allgemeine Preisniveau des Landes bedenkt war das ganz schön happig. Da wir aber gerade eineinhalb Stunden Bus gefahren sind haben wir natürlich trotzdem gezahlt.

Borobudur ist der größte buddhistische Tempel der Welt und wurde im achten Jahrhundert gebaut. Ich habe mir die Tempelanlage zwar etwas größer vorgestellt, aber es war trotzdem recht weitläufig. Und die Stimmung war schon cool, so allein im Regen und bei voelliger Stille. Nach nur etwas mehr als einer oder zwei Stunden waren wir durch. Im wahrsten Sinne des Wortes. Trotz Leihschirm vom Hotel, Regen Cape und Regenjacke wurden wir klitschnass.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Tempel mit den meisten Buddha Statuen – in jeder dieser Dinger ist ein Buddha.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann ging es wieder zurück. Bloed, dass sie im Bus die Klimaanlange voll aufgedreht hatten. Mit nassen Klamotten echt unangenehm. In Yogyakarta waren die Straßen geflutet und es regnete in Strömen. Genug Grund für uns den Rest der Zeit im Hotel zu bleiben. Denn abgesehen von den überfluteten, Straßen gab’s auch überhaupt keine Gehwege und damit keine Möglichkeit für uns von A nach B zu kommen.

Wir fanden unsere Zeit dort trotzdem schön und sind am nächsten Tag entspannt Richtung Bangkok geflogen. Jedenfalls hatten wir vor entspannt zu sein. Das Wetter während des Fluges hat uns allerdings einen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dieser Flug war der schlimmste den wir je hatten. Zweieinhalb Stunden lang hatten wir Turbulenzen und einmal hat es richtig geknallt. Ich kann wirklich niemandem empfehlen während der Regenzeit durch diese Region zu fliegen. Naja aber am Ende hatten wir es überstanden und sind wieder heil in Bangkok gelandet. Dabei hatten wir sogar noch Glück. Denn genau zu der Zeit als wir ganz im Osten der Insel Java waren gab es in Bali den Vulkanausbruch beziehungsweise stand dieser kurz bevor und es wurden viele Flüge gecanceled. Und Bali ist so gesehen gleich um die Ecke von dem Ort an dem wir uns aufgehalten haben.

Angeblich hat er mal im Restaurant neben unserem Hotel gegessen. 😀

 

Oleh ist indonesisch fuer Souvenir 🙂

 

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