Sri Lanka – Malediven

Auch der Flug nach Colombo war etwas holpriger, denn auch in Teilen Sri Lanka’s war Regenzeit und es ging ja auch einige Stunden über den Indischen Ozean. Zum Glück haben wir mit Sri Lanka Airlines eine extrem gute, wenn auch teure Wahl getroffen. Ich würde sagen sie landen unter meinen Top 3 Fluggesellschaften bisher, wenn nicht sogar auf Platz 1.

Der Airport gab uns schon einen ganz guten Eindruck vom Land. Auf den ersten Blick okay, aber man hatte irgendwie immer das Gefühl es fehlte etwas. Es war eben sehr spartanisch und viele Dinge waren einfach improvisiert. Auf der Fahrt mit dem Uber (das es zum Glück gab) kam uns ein wahres Hupkonzert entgegen. Das kannten wir so bisher gar nicht und vor allem die Busse machten sich durch fanfarenartigen Huplärm lauthals bemerkbar. Auch hier gibt es wie fast überall in Südostasien Tuk Tuks. Aber sie sahen mal wieder ganz anders aus. Wie kleine Knutschkugeln.

 

Unsere erste Unterkunft war ein totaler Reinfall. Ich dachte erst irgendwie wird das schon gehen für zwei Nächte oder wir probieren es wenigstens eine Nacht lang, aber es war einfach zu viel falsch. Unser Vierbettzimmer, für das wir extra vier statt drei Betten gebucht hatten wegen der Privatsphäre, diente als Durchgangszimmer für ein weiteres und war von diesem nur mit einem Vorhang getrennt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte überhaupt nicht und wir hatten ja auch noch einen kranken Ole der Ruhe brauchte. Ich hab mich erst mit dem Personal und dann mit booking.com rumgeschlagen. Aber die zwei Stunden haben sich mehr als gelohnt. Wir bekamen alles erstattet und konnten für nur etwa mehr als doppelt so viel in das Luxushotel nebenan einchecken. Dort hatten wir neben einem riesigen Zimmer auch einen Pool, Fitnessstudio und dank glücklicher Umstände die Möglichkeit uns zum extrem ausgiebigen Frühstücksbuffet zu schmuggeln ohne drauf zu zahlen. Was für ein Joker.

Philz und Ole gaffen auf die klaeglichen Versuche eines Einparkenden

 

Am nächsten Tag machten die tapferen Jungs sich auf zum Bahnhof. Der war zwar nur eine halbe Stunde entfernt, führte aber durch weniger schöne Stadtteile. Eigentlich wollten sie unsere Ticketvoucher in richtige Tickets umtauschen, damit wir die schon mal haben wenn wir wieder kommen. Es stellte sich aber raus, dass es einen Lokführerstreik gibt und zwar schon seit einer Woche. Na das waren ja super Nachrichten wenn man bedenkt, dass wir den Großteil unserer Rundreise mit der Bahn erledigen wollten. Zum Glück war es aber noch etwa eine Woche hin.

Wunderschoenes Colombo

 

Der Turm soll wohl ’ne Lotusbluete sein – links Tuk Tuks

Den Rest des Tages verbrachten wir bis auf einen Essensausflug zur Mall in unserem schicken Hotel und ruhten uns aus, denn am nächsten Tag stand ja schon wieder ein Flug auf dem Plan. Nachmittags haben wir schoen ein Adventskraenzchen eingelegt und den mitgebrachten Stollen von Lena bei weihnachtlicher Musik genossen.

Stolleeeen!

Wir fuhren gefühlt mitten in der Nacht mit einem Fahrer vom Hotel zum Flughafen, wo wir durch vier verschiedene Kontrollen mussten. Hier wird das Gepäck schon beim Betreten gecheckt und dann nochmal und nochmal. Verrückt, aber wir hatten noch genug Zeit. Mit meiner neuen Lieblingsairline ging es in einer Stunde nach Malé, der Hauptstadt der Malediven. Wobei das missverständlich ist, denn der Airport liegt auf einer anderen Insel als der Flughafen.

Das ist unser Resort!!!

Dickes Plus in Male, war der Fährterminal DIREKT am Airport. Aber ja auch ein Muss bei der Lage. Von dort nahmen wir die örtliche Fähre (quasi für umsonst), um auf die Hauptinsel überzusetzen. Die Fahrt war recht kurz aber entspannt.

 

Wie überall auf der Welt kann man auch hier nur den Kopf schütteln. Wie können Menschen es immer wieder fertig bringen die Natur so respektlos zu behandeln. Wir hatten das Gefühl, dass hier jeder noch so kleine Motor mit Schiffsdiesel betrieben wird, dem dreckigsten aller Kraftstoffe. Das Zeug dann am Hafen zu Hauf im Wasser zu sehen macht einen krank. Ich habe immer diesen Satz aus der Schulzeit vor Augen: „Ein Tropfen Öl verschmutzt 1000 Liter Wasser“. Natürlich schwamm und lag dort auch das allgegenwärtige Plastik, auf Korallen wird gepfiffen (da fährt man auch im ultraflachen Wasser mit dem Jetski) und alle fahren sie Motorroller – waaaarum? Diese Insel ist so klein wie ihre Straßen. Es gibt doch gar keine Entfernungen hier. Warum nicht Fahrrad fahren, ist auch noch umsonst!

Wir liefen durch die heiße, dreckige Stadt mit unseren schweren Rucksäcken, während die Sonne im Zenit stand. Unser nächster Fährterminal lag auf der anderen Seite. Wir liefen (sehr langsam) dreißig Minuten und waren echt enttäuscht. Hier gab es nichts. Nicht mal einen kleinen Laden wo man sich ’nen Kaffee holen konnte. Bzw. gab es sie, nur konnten wir sie nicht erkennen oder sie sahen wenig einladend aus. Alles war zugebaut, aber eben praktisch und nicht für Touristen gedacht. Davon sah man auch kaum welche. Dann hatten wir ein Problem. Es war nämlich erst 10 oder 11 und unsere Fähre fuhr erst am Nachmittag. Was sollten wir jetzt stundenlang machen? Es gab ja nicht mal ein schattiges Plätzchen im Grünen. Stattdessen industrielle Staubwüste und allgegenwärtige Abgase. Die Jungs gingen auf Streifzug nach Essbarem, während ich die Stellung hielt. Ich habe dann auf der anderen Strassenseite einen Spielplatz entdeckt mit Schatten! 🙂 Trotzdem wollte die Zeit einfach nicht vergehen. Schließlich sind Philz und ich dann nochmal losgezogen um Proviant für die Fahrt zu organisieren. Das „Restaurant“ der Wahl war lediglich das kleinste Übel. Kurz nachdem wir bestellt hatten, meinte ich zu Philz dass es hier aber nicht sehr einladend riechen würde. Dann bemerkten wir, dass „Wasser“ aus der Toilettentür kam und auch der Angestellte guckte entsetzt und sandte uns panisch in den ersten Stock. Als das Essen fertig war kam der Koch aus der Küche und guckte ähnlich geschockt. Na immerhin.

Die Fahrt mit der nächsten Fähre dauerte keine zwei Stunden. Es waren kaum Leute an Board und die Sitzbänke waren super bequem. Ich habe die ganze Überfahrt nach Huraa verschlafen. Huraa ist eine der Inseln, die nicht mit einem Resort bebaut ist, sondern auf der Einheimsche wohnen. Die Möglichkeit dort zu übernachten, gibt es für Touristen erst seit ein paar Jahren. Wir hatten uns vorwiegend aus finanziellen Gründen dafür entschieden. Aber wir fanden es auch irgendwie besser diese Seite des Landes kennenzulernen, denn die meisten Touris sehen diesen Teil ja nie.

 

Auf Huraa wurden wir freundlich von unserem Gastgeber in Empfang genommen. Ein Angestellter packte unsere Rucksäcke auf einen Ziehwagen und wir schlenderten ein paar Meter auf die andere Seite der kleinen Insel. Die Bauweise ist viel Beton – für’s Innenklima – dafür aber bunt bemalt. Neben uns waren nur wenige Gäste im Guesthouse als wir ankamen. Das änderte sich leider am 2. Tag als eine nervige Großfamilie aus England ankam. Trotzdem hatten wir ein paar gute Tage. Die Unterkunft war natürlich nicht der Renner, aber wir hatten alles was wir brauchten. Auf den Einheimischen-Inseln gibt es eigentlich ein paar klare Regeln, da die Malediven ein super islamisches Land sind. Es gibt keinen Alkohol und man sollte sich eher bedeckt kleiden. Zum Glück sah man es auf der Insel nicht ganz so eng. Ich konnte mit kurzen Hosen und ärmellosem Shirt zum Strand gehen. Der war etwa 10 Minuten entfernt, denn Bikinis will hier keiner sehen. Wir fanden das eine faire Lösung für alle und der Strand war bei Flut auch echt okay. Man konnte sogar relativ gut schorcheln.

 

 

 

 

 

 

 

 

noch rot vom Bauchklatscher im Wasser

 

 

Das Essen im Guesthouse war auch super. Wir kamen in den Genuss der lokalen Küche mit viel frischem Fisch, der direkt vor der Tür gefangen wird und Kokosnuss (morgens & abends). Am ersten Abend gab es ein besonderes Grillbuffet direkt am Wasser, war eine super Stimmung. Während unserer Zeit auf Huraa waren auch gerade die Geminiden zu sehen. Wir haben uns ans Wasser gelegt und in sehr kurzer Zeit ganz viele Sternschnuppen gesehen. Dafür gibt es natürlich nicht viele Orte auf der Welt, die besser dafür geeignet sind.

 

Nach unserer Zeit auf der local Insel, sollte es für uns die volle Packung Makedivenurlaub geben, wenn auch nur kurz. Wir hatten schon vor einem halben Jahr ein paar Tage in einem Luxusresort gebucht. Dabei gab es jetzt noch eine Problematik. Theoretisch war es gar nicht weit entfernt, aber das Resort gab uns mehr als einmal zu verstehen, dass es uns nur vom Flughafen abholen würde. Also müssten wir die ganze Odyssee mit Fähre, durch Malé laufen, warten und dann eine weitere Fähre nehmen noch einmal durchlaufen. Und erst dann würden wir eineinhalb Stunden mit dem Speedboat zum Resort fahren koennen. Zum Glück hatten wir eine sehr nette Gastgeberin mit einem eigenen Speedboat und das Resort erklärte sich bereit das Boot anlegen zu lassen. Das ist wohl keine Selbstverständlichkeit, denn natürlich will das Resort extra Geld machen. Aber es passte perfekt. Wir haben Geld und vor allem jede Menge Zeit und Stress gespart und konnten enstpannt den Tag auf beiden Inseln verbringen.

Unser Resort war traumhaft. Auf Meeru Island war alles perfekt. Wir hatten uns zu dritt die zweitbeste Variante gebucht – ein Villa-Bungalow direkt am Strand. Durch die geringe Anzahl an Gästen und die clevere Gestaltung, hatte man stets das Gefühl den Strand ganz für sich zu haben. Und selbst wenn man ins Wasser ging hat man kaum Leute gesehen. Wir haben das all inclusive plus Paket gebucht – also essen und trinken den ganzen Tag und jede Menge anderer Aktivitäten wie Golf, Tennis, Fitnessstudio, Windsurfen und Bootstouren inklusive. Wir hatten nur 48 Stunden um es zu nutzen, das war fast Stress. Aber auch nur fast, denn vornehmlich haben wir nichts getan. Den ganzen Tag Faulenzen, viel essen und wenig bewegen. Bis auf das Schwimmen und Schnorcheln natürlich, gefühlt waren wir alle zwei Stunden im Wasser. Und es wird für jeden wenig überraschend sein, dass wir am liebsten gar nicht mehr weg wollten. So sehr, dass wir tatsaechlich noch eine Nacht dran gehaengt haben. Dabei stellten wir fest, dass es um einiges guenstiger war als unser super Fruehbucherpreis. Aergerlich, aber auch etwas das man mitnimmt, fuers naechste Mal. 😉

 

Bloss keinen Meter zu viel laufen 🙂
Unsere Huette

 

 

 

 

 

 

 

 

Erster Abend gebuehrend gefeiert!

 

Unser Strand 🙂

 

 

Sturm im Paradies

 

 

 

 

„Faultieren“

 

 

 

<3 😀

 

 

 

Wir haben einfach die Nacht im Airport Hotel verfallen lassen. Beste Entscheidung ever. Natuerlich habe ich es geschafft ausgerechnet auf den Malediven eine Erkaeltung zu bekommen. Ich habe es mir hundertprozentig am Flughafen geholt, wo die ganzen blassen, verschnupften Westeuropaer gelandet sind und in der Schlange neben uns standen. Einerseits aergerlich, andererseits besser ertraeglich bei 25 Grad als im Winter zuhause. Tatsaechlich hatten wir fast ein bisschen Pech mit dem Wetter. Puenktlich zur Mittagszeit zog es ordentlich zu und wir bekamen sogar einmal einen kleinen Sturm mit, wo man dann leider auch nicht mehr draussen liegen kann. Wir haben uns die Zeit mit Golfen vertrieben und die Jungs waren beim Sport waehrend ich in unserem gemuetlichen Bungalow geruht habe.

Ein Highlight gab es noch jede Nacht. Immer wenn es dunkel wurde und man am Wasser spazieren ging konnte man biolumineszierende blaue Algen oder Plankton sehen. Man musste genau auf die Wasserkante schauen. Durch das Auftreten und durch die Wellen wurden die irgendwie aktiviert und begannen zu leuchten. Faszinierend!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das ist ein etwa 1 Meter langer White Tail Hai – suess

Irgendwann – viel zu schnell – hiess es dann bye bye Paradies. Wir wollen wieder kommen irgendwann. Es lohnt sich.

Ich werde versuchen in den naechsten Tagen noch mehr Fotos hochzuladen, also am besten irgendwann nochmal reinschauen. 🙂 

Und hier noch ein paar Bilder vom Schnorcheln:

 

 

 

 

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